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Die Arbeit des Gesundheitsamtes in Zeiten der Corona-Pandemie

Die Arbeit des Gesundheitsamtes in Zeiten der Corona-Pandemie

Verschlossene Türen, nahezu verwaiste Flure im Gesundheitsamt des Landkreises in der Größlerstraße in der Lutherstadt Eisleben; kein Kinderlachen in dem Bereich, in dem normalerweise die Einschulungsuntersuchungen stattfinden. Die aktuelle Zeit prägt wie keine andere Zeit davor auch die öffentliche Verwaltung. Und vor allem das Gesundheitsamt des Landkreises spielt hierbei unbestritten eine zentrale Rolle. Als Gesundheitsaufsicht mit der Um- und Durchsetzung des Infektionsschutzgesetzes betraut, leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit immens viel. Inzwischen sind nahezu alle normal zu bearbeitenden Aufgaben zum Erliegen gekommen. Lediglich dringend notwendige Arbeiten wie Wasserproben, die Abarbeitung anderer Infektionskrankheiten und die Dienste des sozialpsychiatrischen Dienstes und der Betreuungsbehörde müssen aufrechterhalten werden. Andere Aufgaben – etwa die Einschulungsuntersuchungen und die Untersuchungen in den Schulen und Kitas – sind derzeit ausgesetzt.

Üblicherweise sind im Gesundheitsamt am Standort in der Größlerstraße 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, jeder in seinem Zuständigkeitsbereich. Derzeit bearbeiten aber nahezu alle das Thema „Coronavirus“ – von der Amtsärztin, über die Ärzte und Zahnärzte, die Kolleginnen und Kollegen der Gesundheitsaufsicht, die Mitarbeiterinnen im medizinischen Bereich bis hin zur Verwaltungsleiterin, der Haushaltssachbearbeiterin und den Fachassistentinnen. Zusätzlich unterstützen derzeit Ärzte des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, eine Medizinstudentin und Auszubildende der Kreisverwaltung das Gesundheitsamt bei der Fallbearbeitung. Mit Feststellung des ersten Falles im Landkreis am 12. März 2020 überschlugen sich die Ereignisse, die Telefone im Gesundheitsamt standen nicht mehr still. Entsprechend wurden die Arbeitszeiten verlagert. Die erste Tagesschicht arbeitet inzwischen von 06.30 Uhr bis 15.30 Uhr, die zweite Schicht dann von 09.30 Uhr bis 19.00 Uhr. Auch an den Wochenenden ist das Gesundheitsamt mit bis zu 8 Personen von 09.30 Uhr bis 16.30 Uhr besetzt.

Auch wenn die große Flut der Anrufe im Gesundheitsamt durch die Schaltung des Bürgertelefons etwas abgeebbt ist – zu Spitzenzeiten nahmen die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt rund 200 Anrufe pro Tag entgegen – so hat das Amt seine Arbeit komplett umstellen müssen. Vor allem die Abarbeitung der Fälle nimmt viel Zeit in Anspruch. Doch wie läuft diese Fallbearbeitung ab?

Wird der positive Befund durch das Labor an das Gesundheitsamt gemeldet, sind durch die/ den zuständige/n Sachbearbeiter/in verschiedene Schritte abzuarbeiten. Zunächst wird der sogenannte Indexfall angerufen und über das positive Testergebnis informiert. Gleichzeitig erfolgt die Befragung der Person – vor allem mit Blick auf Kontaktpersonen.

Hier sind in erster Linie die Kontaktpersonen der Kategorie 1 wichtig, denn das sind die, mit denen man mindestens 15 Minuten lang engen und ungeschützten Kontakt (ohne Mund-Nasen-Schutz) hatte. Hierfür bekommt die positiv getestete Person eine Liste, in der alle Kontaktpersonen eingetragen werden müssen. Liegt diese Liste dann im Gesundheitsamt vor, werden die Kontaktpersonen ebenfalls informiert und erhalten die Anordnung zur Quarantäne. Jede Person erhält den entsprechenden Bescheid, einen Informationsflyer und ein Tagebuch, das geführt werden muss. In dieses muss die täglich gemessene Körpertemperatur und der tagesaktuelle Gesundheitszustand eingetragen werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes rufen ab dann täglich jede einzelne Person an, überprüfen, ob sich die Person auch tatsächlich zu Hause in Quarantäne befindet und fragen nach dem allgemeinen Gesundheitszustand – beispielsweise ob die Person Fieber oder Husten hat. Hierbei halten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch stets Rücksprache mit den Ärzten im Gesundheitsamt, die dann einschätzen, ob sich der Zustand der jeweiligen Person verschlechtert. Zudem wird auch immer Kontakt mit den Hausärzten, den Krankenhäusern und Versorgern gehalten – dies für den Fall, dass jemand nicht durch Nachbarn oder Familienmitglieder mit Lebensmitteln versorgt werden kann. Ein bis zwei Tage vor dem Ende der Quarantäne findet dann das Abschlussgespräch statt. Jede Person in Quarantäne muss mindestens zwei Tage vor Ablauf symptomfrei sein. Ist das der Fall, wird die Person dann mündlich aus der Quarantäne entlassen – ein gesonderter Bescheid wird nicht ausgestellt, auch ein finaler Abstrich erfolgt nicht, sofern die Person symptomfrei ist. Lediglich bei Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind, ist ein Endabstrich vorgeschrieben.

Doch die Arbeiten in Verbindung mit der Corona-Pandemie sind damit noch nicht abgeschlossen. Tagesaktuell müssen die Laborbefunde und alle dazugehörenden Informationen auch digital erfasst werden, so dass eine Meldung an das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt erfolgen kann.

Um alle Maßnahmen konkret zu planen und die aufgetretenen Fälle zu besprechen, gibt es täglich entsprechende Lagebesprechungen im Gesundheitsamt.

Amtsärztin Dr. Birgit Achilles schätzt die derzeitige Lage als relativ ruhig ein. Inzwischen haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Situation eingestellt. Kein Vergleich mehr zu den hektischen Tagen, an denen die ersten Fälle im Landkreis bekannt wurden und Kontaktbeschränkungen in Kraft traten. Die Amtsärztin lobt ihr Team im Gesundheitsamt. „Alle waren von Anfang an bereit, Abende und auch die Wochenenden zu opfern, um hier mitzuhelfen“, sagte Frau Dr. Achilles, „an manchen Tagen arbeiteten alle hier bis zu 12 Stunden.“

Da derzeit niemand abschätzen kann, wie sich die Lage weiter entwickeln wird, muss auch das Gesundheitsamt wachsam bleiben – immer in der Hoffnung, dass die ergriffenen Maßnahmen Schlimmeres verhindern und vor allem auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund bleiben.

© Michaela Heilek E-Mail

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Verschlossene Türen, nahezu verwaiste Flure im Gesundheitsamt des Landkreises in der Größlerstraße in der Lutherstadt Eisleben; kein Kinderlachen in dem Bereich, in dem normalerweise die Einschulungsuntersuchungen stattfinden. Die aktuelle Zeit prägt wie keine andere Zeit davor auch die öffentliche Verwaltung. Und vor allem das Gesundheitsamt des Landkreises spielt hierbei unbestritten eine zentrale Rolle. Als Gesundheitsaufsicht mit der Um- und Durchsetzung des Infektionsschutzgesetzes betraut, leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit immens viel. Inzwischen sind nahezu alle normal zu bearbeitenden Aufgaben zum Erliegen gekommen. Lediglich dringend notwendige Arbeiten wie Wasserproben, die Abarbeitung anderer Infektionskrankheiten und die Dienste des sozialpsychiatrischen Dienstes und der Betreuungsbehörde müssen aufrechterhalten werden. Andere Aufgaben – etwa die Einschulungsuntersuchungen und die Untersuchungen in den Schulen und Kitas – sind derzeit ausgesetzt.

Üblicherweise sind im Gesundheitsamt am Standort in der Größlerstraße 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, jeder in seinem Zuständigkeitsbereich. Derzeit bearbeiten aber nahezu alle das Thema „Coronavirus“ – von der Amtsärztin, über die Ärzte und Zahnärzte, die Kolleginnen und Kollegen der Gesundheitsaufsicht, die Mitarbeiterinnen im medizinischen Bereich bis hin zur Verwaltungsleiterin, der Haushaltssachbearbeiterin und den Fachassistentinnen. Zusätzlich unterstützen derzeit Ärzte des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, eine Medizinstudentin und Auszubildende der Kreisverwaltung das Gesundheitsamt bei der Fallbearbeitung. Mit Feststellung des ersten Falles im Landkreis am 12. März 2020 überschlugen sich die Ereignisse, die Telefone im Gesundheitsamt standen nicht mehr still. Entsprechend wurden die Arbeitszeiten verlagert. Die erste Tagesschicht arbeitet inzwischen von 06.30 Uhr bis 15.30 Uhr, die zweite Schicht dann von 09.30 Uhr bis 19.00 Uhr. Auch an den Wochenenden ist das Gesundheitsamt mit bis zu 8 Personen von 09.30 Uhr bis 16.30 Uhr besetzt.

Auch wenn die große Flut der Anrufe im Gesundheitsamt durch die Schaltung des Bürgertelefons etwas abgeebbt ist – zu Spitzenzeiten nahmen die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt rund 200 Anrufe pro Tag entgegen – so hat das Amt seine Arbeit komplett umstellen müssen. Vor allem die Abarbeitung der Fälle nimmt viel Zeit in Anspruch. Doch wie läuft diese Fallbearbeitung ab?

Wird der positive Befund durch das Labor an das Gesundheitsamt gemeldet, sind durch die/ den zuständige/n Sachbearbeiter/in verschiedene Schritte abzuarbeiten. Zunächst wird der sogenannte Indexfall angerufen und über das positive Testergebnis informiert. Gleichzeitig erfolgt die Befragung der Person – vor allem mit Blick auf Kontaktpersonen.

Hier sind in erster Linie die Kontaktpersonen der Kategorie 1 wichtig, denn das sind die, mit denen man mindestens 15 Minuten lang engen und ungeschützten Kontakt (ohne Mund-Nasen-Schutz) hatte. Hierfür bekommt die positiv getestete Person eine Liste, in der alle Kontaktpersonen eingetragen werden müssen. Liegt diese Liste dann im Gesundheitsamt vor, werden die Kontaktpersonen ebenfalls informiert und erhalten die Anordnung zur Quarantäne. Jede Person erhält den entsprechenden Bescheid, einen Informationsflyer und ein Tagebuch, das geführt werden muss. In dieses muss die täglich gemessene Körpertemperatur und der tagesaktuelle Gesundheitszustand eingetragen werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes rufen ab dann täglich jede einzelne Person an, überprüfen, ob sich die Person auch tatsächlich zu Hause in Quarantäne befindet und fragen nach dem allgemeinen Gesundheitszustand – beispielsweise ob die Person Fieber oder Husten hat. Hierbei halten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch stets Rücksprache mit den Ärzten im Gesundheitsamt, die dann einschätzen, ob sich der Zustand der jeweiligen Person verschlechtert. Zudem wird auch immer Kontakt mit den Hausärzten, den Krankenhäusern und Versorgern gehalten – dies für den Fall, dass jemand nicht durch Nachbarn oder Familienmitglieder mit Lebensmitteln versorgt werden kann. Ein bis zwei Tage vor dem Ende der Quarantäne findet dann das Abschlussgespräch statt. Jede Person in Quarantäne muss mindestens zwei Tage vor Ablauf symptomfrei sein. Ist das der Fall, wird die Person dann mündlich aus der Quarantäne entlassen – ein gesonderter Bescheid wird nicht ausgestellt, auch ein finaler Abstrich erfolgt nicht, sofern die Person symptomfrei ist. Lediglich bei Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind, ist ein Endabstrich vorgeschrieben.

Doch die Arbeiten in Verbindung mit der Corona-Pandemie sind damit noch nicht abgeschlossen. Tagesaktuell müssen die Laborbefunde und alle dazugehörenden Informationen auch digital erfasst werden, so dass eine Meldung an das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt erfolgen kann.

Um alle Maßnahmen konkret zu planen und die aufgetretenen Fälle zu besprechen, gibt es täglich entsprechende Lagebesprechungen im Gesundheitsamt.

Amtsärztin Dr. Birgit Achilles schätzt die derzeitige Lage als relativ ruhig ein. Inzwischen haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Situation eingestellt. Kein Vergleich mehr zu den hektischen Tagen, an denen die ersten Fälle im Landkreis bekannt wurden und Kontaktbeschränkungen in Kraft traten. Die Amtsärztin lobt ihr Team im Gesundheitsamt. „Alle waren von Anfang an bereit, Abende und auch die Wochenenden zu opfern, um hier mitzuhelfen“, sagte Frau Dr. Achilles, „an manchen Tagen arbeiteten alle hier bis zu 12 Stunden.“

Da derzeit niemand abschätzen kann, wie sich die Lage weiter entwickeln wird, muss auch das Gesundheitsamt wachsam bleiben – immer in der Hoffnung, dass die ergriffenen Maßnahmen Schlimmeres verhindern und vor allem auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund bleiben.

© Michaela Heilek E-Mail

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