Zum Inhalt springen
 
 
Klimaschutznachrichten 15.01.2026

Ein Plan gegen die Klimakrise: Das steckt hinter unserem Klimaschutzkonzept

Liebe Bürgerinnen und Bürger

Der Landkreis Mansfeld-Südharz nimmt sich der Herausforderungen der Umsetzung des deutschen Klimaschutzgesetzes an.

Nachdem das neue Klimaschutzmanagement 2025 seine Tätigkeit aufgenommen hat, konnte für die Erarbeitung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes die Leipziger Institut für Energie GmbH zur Unterstützung bei der Bilanzierung und Analyse gewonnen werden.

Was ist ein Klimaschutzkonzept?

Ein Klimaschutzkonzept ist ein strategischer Fahrplan, mit dem Kommunen, Unternehmen oder andere Organisationen ihre Treibhausgasemissionen reduzieren wollen. Das Konzept analysiert den Ist-Zustand (Energie- und Treibhausgas-Bilanz), zeigt Potenziale für Einsparungen und erneuerbare Energien auf, legt konkrete Ziele fest und enthält einen Maßnahmenkatalog mit Umsetzungsplanung. Betrachtet werden dabei die Sektoren Haushalte, Wirtschaft und Verkehr.

Entsprechend der Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld „Kommunalrichtlinie“ sind im Rahmen der Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes und Etablierung eines Klimaschutzmanagements folgende Schritte vorgesehen:

Energie- und Treibhausgasbilanz

Eine Energiebilanz erfasst, wie viel Energie (Strom, Wärme, Kraftstoffe) in einem Gebiet verbraucht wird. Sie betrachtet den tatsächlichen Einsatz von Energieträgern wie Strom, Erdgas, Heizöl oder Benzin und zeigt, in welchen Bereichen (z.B. Verkehr, Gebäude) dieser Verbrauch entsteht. 

Bei der Erstellung der Treibhausgasbilanz wird der Energieverbrauch in den Ausstoß klimaschädlicher Gase (d.h. der wichtigsten Treibhausgase wie CO2, Methan, Lachgas) umgerechnet. Hierzu wird für jeden Energieträger ein sogenannter Emissionsfaktor genutzt, um seine Klimawirkung zu bewerten und Klimaziele zu steuern.

Anhand der Bilanzierung (Ist-Analyse) können Verwaltung, politische Entscheidungsträger sowie Öffentlichkeit den aktuellen Stand von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen nachvollziehen.

Kurz gesagt: Mithilfe der Energie- und Treibhausgasbilanz kann die Klimawirkung des Energieverbrauchs quantifiziert und der Erfolg von Klimaschutzmaßnahmen im Zeitverlauf überprüft werden.  

Potenzialanalyse und Szenarienentwicklung

Basierend auf der Energie- und Treibhausgasbilanz werden eine Potenzialanalyse und mögliche Entwicklungsszenarien erstellt. 

Eine Potenzialanalyse im Klimaschutzkonzept untersucht systematisch die Handlungsmöglichkeiten auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität. Die zentralen Handlungsfelder sind die Steigerung der Energieeffizienz, das Anheben von Energieeinsparpotenzialen und der Ausbau der erneuerbaren Energien.

Im Fokus steht dabei eine realistische Einschätzung lokaler Potentiale und die Identifikation möglicher Hemmnisse in der Nutzung. 

Kurz gesagt:  Die Potenzialanalyse ist Ausgangspunkt zur Festlegung der Szenarien und stellt eine wichtige Basis zur Bewertung von Handlungsoptionen und Maßnahmen dar.

Im Rahmen der Szenarienentwicklung werden ausgehend von der Energie- und Treibhausgasbilanz sowie den lokalen Potenzialen verschiedene Zukunftsbilder entworfen. In einem Klimaschutz-Szenario wird aufgezeigt, welche Bemühungen und Maßnahmen zur Energieeinsparung und zum Ausbau erneuerbarer Energien erforderlich sind, um im Landkreis Mansfeld-Südharz das bundesdeutsche Ziel Treibhausgasneutralität 2045 zu erreichen. Die daraus resultierenden Einsparungen beim Energieverbrauch und den THG-Emissionen werden gegenüber einem Referenz-Szenario dargestellt.

Kurz gesagt: Die Szenarienentwicklung ist wie eine „Was-wäre-wenn“-Planung für das Klima, um den besten Weg in eine nachhaltige Zukunft zu finden. 

Beteiligungsprozess

Ein Beteiligungsprozess für ein Klimaschutzkonzept bringt Bürger und Bürgerinnen, Politik und Verwaltung zusammen, um gemeinsam Ideen zu sammeln, Maßnahmen zu entwickeln und Akzeptanz für Klimaschutz in der Kommune zu schaffen – durch Veranstaltungen, Workshops, Online-Befragungen und Dialoge, um konkrete, praxisnahe Lösungen zu finden. Ziel ist, Expertise vor Ort zu nutzen und alle Interessengruppen einzubinden, damit das Konzept funktioniert.

Kurz gesagt: Viele Perspektiven führen zu praktischen Lösungen und die breite Beteiligung führt zu Akzeptanz und Mitwirkung von motivierten Bürgern und Bürgerinnen bei der Umsetzung von Maßnahmen.

Maßnahmenentwicklung

Anhand von Bilanzierung, Potenzialanalyse und Szenarien sowie der Beteiligung von mitwirkenden Akteuren und der Öffentlichkeit können nun Klimaschutzmaßnahmen entwickelt werden.

Bei der Aufstellung der Maßnahmen sind die charakteristischen Besonderheiten der Region zu berücksichtigen. Charakteristika können sein: Flächenverfügbarkeit, Denkmalschutz, Hitzeproblematik, Niederschlagsereignisse, demographische und mobilitätsbedingte Entwicklungen, finanzielle Rahmenbedingungen, Akzeptanz im politischen Raum, in der Verwaltung und bei der Öffentlichkeit usw.

Letztlich gilt es, einen realistischen und damit tatsächlich auch umsetzbaren Katalog an Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln und diese in einem zeitlichen Aktionsplan aufzustellen, um den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden.

Kurz gesagt: Die Maßnahmenentwicklung ist der Kern des Klimaschutzkonzepts: Sie verwandelt die Analyse in eine handfeste Strategie mit klaren Aufgaben, um mit einer nachhaltigen, klimafreundlichen Entwicklung die Klimaziele zu erreichen.

Wo stehen wir aktuell?

Ende 2025 hat das Klimamanagement die lokalen Energieerzeuger, die Schornsteinfegerinnung und im Landkreis ansässige Unternehmen sowie das Energiemanagement des Landkreises (für die Verwaltungseigenen Liegenschaften) kontaktiert, um Angaben zu den Energieverbräuchen (Strom, Wärme) nach Energieträgern (z.B. Kohle, Öl, Gas, erneuerbare Energien) einzuholen. 

Darüber hinaus wurden weitere Akteure, die für eine umfassende IST-Analyse erforderlich sind, angeschrieben und um Bereitstellung von Daten (z.B. Flächennutzung, Klimadaten, Infrastruktur) gebeten.

Seit Januar 2026 sind auch die 11 Einheits- und Verbandsgemeinden aktiv in die Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzeptes involviert.

Sobald alle erforderlichen Daten vorliegen, wird die Leipziger Institut für Energie GmbH gemeinsam mit dem Klimamanagement die Energie- und Treibhausgasbilanz für den Landkreis Mansfeld-Südharz erstellen. Diese soll im Anschluss einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden, welche sich in die Maßnahmenentwicklung einbringen kann. Weitere Informationen dazu folgen.

Viele Grüße aus dem Klimaschutzmanagement

Annett Müller