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Im Zeitraum vom 12. Oktober bis 20. Oktober 2026

Woche der seelischen Gesundheit

 

Psychische Gesundheit – ein Thema, das uns alle betrifft

Psychische Erkrankungen sind kein Randthema – sie können jeden von uns treffen, direkt oder indirekt. Schätzungen zufolge erlebt jeder vierte Erwachsene in Deutschland innerhalb eines Jahres eine psychische Erkrankung. Die Woche der seelischen Gesundheit ist eine gute Gelegenheit, offen über dieses wichtige Thema zu sprechen. Psychische Erkrankungen kennen keine Altersgrenzen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen jeder sozialen Schicht können betroffen sein. 

Woran erkennt man psychische Erkrankungen?

Anzeichen können sein: Rückzug aus sozialen Kontakten, anhaltende Traurigkeit, Schlaf- oder Essprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, anhaltende Ängste oder Wahrnehmungsstörungen, Veränderungen im Verhalten und Denken. 

Welche Folgen gibt es für den Betroffenen und die Gesellschaft?

Psychische Erkrankungen wirken sich nicht nur auf das persönliche Leben aus – sie verursachen auch wirtschaftliche Kosten durch Arbeitsausfall, reduzierte Produktivität und Behandlungskosten. Für Betroffene bedeuten sie Leidensdruck, Einschränkungen in Lebensqualität, Beziehungen und sozialer Teilhabe.

 

 

Unsere kostenfreien Veranstaltungen

Vortrag

Magendrücken, Sodbrennen, Erschöpfung, verspannter Nacken, Rückenschmerzen, Migräne, Schlaflosigkeit, Herzrasen... (die Auswirkungen, die Stress auf unsere Gesundheit hat, können vielfältig sein. Oft behandelt man alles einzeln mit "herkömmlichen" Arzneimitteln - wir werfen schnell eine Ibuprofen ein oder Pantoprazol, wenn der Magen rebelliert. Gibt es da vielleicht noch mehr, was man tun kann, als immer mehr chemische Arzneimittel zu nehmen? )

Es gibt viele Möglichkeiten, mit natürlichen Arzneimitteln stressbedingte Beschwerden zu behandeln, um Körper und Seele wieder etwas mehr ins Gleichgewicht zu bringen. Auch wenn man keine Zeit für einen Yogakurs hat! Wir versuchen, Alltagsbeschwerden ganzheitlich einzuordnen und den gestressten Menschen zu behandeln, nicht nur das Symptom. Wie das aussehen kann, wird an Beispielen erklärt. Mit der richtigen Behandlung können wir nicht nur die Beschwerden lindern, sondern auch unserem Körper etwas Gutes tun, ganz ohne Nebenwirkungen.

 

Veranstalter: Frau Stieler, Apotheke am Saigertor 

Ort: Markt 1-3, 06333 Hettstedt (kleiner Rathaussaal)

Eingang über Gebäuderückseite, 

Uhrzeit: 14.00-15.00 Uhr

Anmeldung: für barrierefreien Zugang unter Tel. 03464-5353359

 

Vortrag

Wer mit einer körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigung lebt, hat möglicherweise Anspruch auf die Feststellung eines Grades der Behinderung (GdB). Die EUTB beantwortet diese Fragen in einem kostenlosen Informationsvortrag – verständlich, unabhängig und ohne bürokratischen Fachjargon.

 

Veranstalter: EUTB des VSBI e.V.

Ort: Kleine Landwehr 6, 06295 Eisleben 

Uhrzeit: 15.00 Uhr

Anmeldung: erforderlich bis 02.10.2026 

Kontakt: Mobil: 0179 6113957

E-Mail: beate.goedecke.eutb@vsbi.eu

An diesem Vormittag können Interessierte einen Einblick in unsere Arbeit im Bereich Ton bekommen. Die Arbeit mit Ton ist eine Form der ergotherapeutischen Angebote unserer Einrichtung, um Menschen mit seelischen oder anderen Beeinträchtigungen neue Ausdrucksmöglichkeiten zu eröffnen, sowie die Kommunikation und Interaktion zu fördern. Für die Teilnehmenden besteht die Möglichkeit selbst die Arbeit mit Ton auszuprobieren. Zu Beginn wird jeder Gruppe die Einrichtung und unsere Arbeit kurz vorgestellt. Anschließend öffnen wir die Tonwerkstatt für die Teilnehmenden. Bitte entsprechende Kleidung tragen, die beschmutzt werden darf (Ton geht beim Waschen wieder raus).

 

Veranstalter: Sozialtherapeutisches Centrum „LebensWert“

Ort: Straße der Volkssolidarität 4, 06526 Sangerhausen

Uhrzeit:

1. Durchgang von 8.30 – 9.30 Uhr 

2. Durchgang von 9.40 – 10.40 Uhr

3. Durchgang von 10.45 – 11.45 Uhr 

Anmeldung:  erforderlich bis 02.10.2026

Kontakt: Tel. 03464-27853

Tag der offenen Tür

Der Sozialpsychiatrische Dienst ist eine Beratungsstelle für psychisch Kranke, geistig und seelisch Behinderte und Suchtkranke. Am „Tag der offenen Tür“ haben Betroffene und Interessierte, die Möglichkeit, sich unsere Büros anzuschauen und sich zu den Angeboten zu informieren.

 

Veranstalter: Landkreis Mansfeld-Südharz

Ort 1: Alte Promenade 27, 06526 Sangerhausen (Zimmer 311)

Ort 2: Größlerstraße 2, 06295 Lutherstadt Eisleben (Zimmer 2.22 & 2.21)

Uhrzeit: 13.00-17.00 Uhr

Anmeldung: nicht erforderlich

Vortrag

Wie können Eltern Kinder im digitalen Alltag begleiten, ohne ständig zwischen Kontrolle, Unsicherheit und schlechtem Gewissen zu pendeln? Im Mittelpunkt stehen Fragen wie:

• Wann wird Mediennutzung problematisch? 

• Welche Funktion erfüllen Medien für Kinder und Jugendliche? 

• Wie können Eltern Orientierung geben, ohne in Machtkämpfe zu geraten? 

• Warum sind Beziehung, Co-Regulation und gemeinsame Aushandlung oft wirksamer als reine Kontrolle? 

Der Vortrag verbindet entwicklungspsychologische, familientherapeutische und praktische Perspektiven.

Für Eltern, Fachkräfte und Interessierte.

 

Veranstalter: TWSD Kinder-, Jugend- und Familienberatungsstelle

Ort: Klosterplatz 23, 06295 Eisleben und Hybrid !!!

Uhrzeit: 16.00 Uhr

Anmeldung: erforderlich bis 02.10.2026

Kontakt: Tel. 03475-7118090 oder E-Mail: familienberatung-msh@twsd.de 

Tanzen verbindet und ist ein wirksames Mittel gegen Isolation. Durch gemeinsame Bewegung im Takt der Musik schüttet das Gehirn Glückshormone aus, Stress wird abgebaut und soziale Kontakte entstehen ganz natürlich, ganz ohne Leistungsdruck. Doris Hiep als zertifizierte Tänzerin im Bereich Erwachsenen-/Seniorentanz bietet hierzu schnell erlernbare Tanzschritte für Solo- und Gruppentänze an.

 

Veranstalter: SV Wacker Wallhausen e.V.

Ort: Am Sportplatz 1, 06528 Wallhausen

Uhrzeit: 13.00-15.00 Uhr

Anmeldung: nicht erforderlich

Kontakt: www.sv-wacker-wallhausen.de

E-Mail: kontakt@sv-wacker-wallhausen.de 

Fachvortrag

Was bedeutet es eigentlich, wenn ein Gehirn „anders“ tickt? Lange Zeit wurden ADHS, Autismus oder Legasthenie ausschließlich durch die Brille der Medizin und als Defizit betrachtet. Das Konzept der Neurodivergenz bricht mit diesem veralteten Ansatz: Es versteht neurologische Unterschiede nicht als Krankheit, sondern als natürliche und wertvolle Variante der menschlichen Vielfalt.

Veranstalter: Helios Kliniken Mansfeld-Südharz GmbH 

Ort: Robert-Koch-Straße 8, 06333 Hettstedt

Uhrzeit: 16.00 Uhr

Anmeldung: nicht erforderlich

Wie hängen körperliche Aktivität und mentale Gesundheit zusammen? Unter dem Motto „Bewegung für die Seele“ kombinieren wir sanfte Entspannungsmethoden mit einfachen, wirkungsvollen Techniken zur Selbstverteidigung. Tanken Sie neue Energie, stärken Sie Ihr Sicherheitsgefühl und tun Sie Ihrer Psyche etwas Gutes. Ganz ohne Druck, einfach zum Ausprobieren. Kommen Sie vorbei!

Veranstalter: Selbsthilfekontaktstelle Mansfeld-Südharz, Projekt Junge Selbsthilfe

Ort: Kampfkunstschule Ninja Eisleben, Sangerhäuser Str. 43, 06295 Eisleben (auch genannt: Dojo San Shin Ryu)

Uhrzeit: 11.00-13.00 Uhr 

Anmeldung: erforderlich bis 02.10.2026, Teilnahme ab 18 Jahren

Tag der offenen Tür

Nach verschiedenen Erkrankungen und bei verbleibenden körperlichen, psychischen oder neurologischen Beeinträchtigungen ist professionelle Begleitung nötig, um (wieder) eine berufliche Tätigkeit, Umschulung oder Ausbildung aufnehmen zu können. In einem Fachvortrag mit anschließender Gesprächsrunde und Rundgang durch die Einrichtung soll Interessierenden aufgezeigt werden, welche Voraussetzungen für die Inanspruchnahme einer Maßnahme der beruflichen Rehabilitation erfüllt sein müssen und welche Möglichkeiten der Umsetzung bestehen.

 

Veranstalter: SALO Bildung und Beruf GmbH 

Ort: Göpenstraße 37 in 06526 Sangerhausen (2. OG)

Uhrzeit: 11.00 Uhr und 13.00 Uhr (2 Durchgänge)

Anmeldung: erforderlich bis 02.10.2026 

Kontakt: Tel.: 03464 / 2 77 38 – 0

E-Mail: salosangerhausen@salo-ag.de 

 
Rückblick:

Die Woche der seelischen Gesundheit 2025

Vom 10. bis 20. Oktober 2025 fand im Landkreis Mansfeld-Südharz die bundesweite Woche der seelischen Gesundheit statt, diesmal unter dem Motto: ‚Lass Zuversicht wachsen – Psychisch stark in die Zukunft‘.“ Die Veranstaltungsreihe wurde vom Sozialpsychiatrischen Dienst, der Psychiatriekoordination, dem Örtlichen Teilhabemanagement und der Selbsthilfekontaktstelle Mansfeld-Südharz organisiert und stieß auf durchweg positive Resonanz.

Den Auftakt bildete am 10. Oktober die Kinovorstellung des Films „Honig im Kopf“ im Movie Star Sangerhausen. Rund 60 Besucher sahen den Film, der auf einfühlsame Weise das Krankheitsbild Demenz und dessen Auswirkungen auf Familienbeziehungen beleuchtet. Im Anschluss bot sich Gelegenheit zu einem offenen Austausch mit Mitarbeitenden des Sozialpsychiatrischen Dienstes und der Selbsthilfekontaktstelle Mansfeld-Südharz.

Am 15. Oktober folgte in der Helios-Klinik Hettstedt der Fachvortrag von Dr. med. Alexander Romanowski zum Thema „Chronische Schlafstörungen und Begleiterkrankungen“. Über 50 neugierige Besucher fanden sich im Saal ein und hörten dem Referenten aufmerksam zu.. Im Anschluss an den spannenden Vortrag erhielt Dr. Romanowski zahlreiche Fragen aus dem Publikum, die er ausführlich und anschaulich beantwortete.

Den Abschluss der Woche bildete am 20. Oktober ein Yogaangebot für Einsteiger in den Räumlichkeiten der Selbsthilfekontaktstelle in Sangerhausen. Unter der Leitung der Yogalehrerin Carina Zinke erlebten die Teilnehmenden in kleiner, ruhiger Runde bewusste Entspannung und Achtsamkeit. Der Kurs war vollständig ausgebucht und brachte den Teilnehmenden spürbar Gelassenheit in den Alltag.

Mit dieser gelungenen Aktionswoche wurde deutlich, wie groß das Interesse an den Themen seelische Gesundheit, Entspannung und Selbstfürsorge im Landkreis Mansfeld-Südharz ist. 

 

 

Welches sind häufige psychische Erkrankungen?

Die Depression ist eine häufige seelische Erkrankung, die jeden treffen kann. Sie geht weit über normale Traurigkeit hinaus und äußert sich durch eine tiefe Niedergeschlagenheit, die über Wochen oder Monate anhält. Betroffene verlieren oft die Freude an Dingen, die ihnen früher Spaß gemacht haben, und fühlen sich erschöpft und antriebslos. Auch Schlafprobleme, Appetitlosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten können auftreten. Viele Menschen mit Depression haben negative Gedanken über sich selbst und ihre Zukunft und ziehen sich von Familie und Freunden zurück. Die gute Nachricht ist: Depression ist gut behandelbar. Mit professioneller Hilfe durch Hausärzte, Psychotherapeuten oder Psychiater können die meisten Menschen wieder gesund werden. Die Behandlung kann Gespräche, Medikamente oder eine Kombination aus beidem umfassen.

Angst- und Panikstörungen gehören zu den häufigsten seelischen Erkrankungen und können das alltägliche Leben stark beeinträchtigen. Bei einer Angststörung erleben Betroffene übermäßige Ängste in Situationen, die eigentlich keine Gefahr darstellen. Diese Ängste können sich auf bestimmte Dinge wie Spinnen, enge Räume oder Menschenmengen beziehen, oder als ständige Sorge und Anspannung auftreten. Eine Panikstörung äußert sich durch plötzliche, intensive Angstanfälle, die ohne erkennbaren Auslöser auftreten können. Während einer Panikattacke spüren Betroffene oft Herzrasen, Atemnot, Schwindel und haben das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder sogar zu sterben. Aus Angst vor weiteren Anfällen beginnen viele, bestimmte Orte oder Situationen zu meiden, was den Alltag zunehmend einschränkt. Wichtig zu wissen ist: Angst- und Panikstörungen sind keine Zeichen von Schwäche und kein persönliches Versagen. Sie sind Erkrankungen, die sehr gut behandelbar sind. Mit therapeutischer Hilfe lernen Betroffene, ihre Ängste zu verstehen und Schritt für Schritt zu überwinden.

Zwangsstörungen sind seelische Erkrankungen, die durch wiederkehrende, belastende Gedanken und Handlungen gekennzeichnet sind. Betroffene fühlen sich gezwungen, bestimmte Gedanken immer wieder zu denken oder Handlungen mehrfach auszuführen, obwohl sie dies als übertrieben oder unsinnig erkennen. Typische Beispiele sind übermäßiges Händewaschen aus Angst vor Keimen, ständiges Kontrollieren von Türen und Fenstern oder das Bedürfnis, Dinge in einer ganz bestimmten Ordnung zu halten. Diese Zwänge können viel Zeit in Anspruch nehmen – manchmal mehrere Stunden täglich – und das normale Leben erheblich beeinträchtigen. Hinter den Zwängen stehen oft starke Ängste oder die Sorge, dass etwas Schlimmes passieren könnte, wenn der Zwang nicht ausgeführt wird. Viele Betroffene schämen sich für ihre Zwänge und versuchen, diese vor anderen zu verbergen, was zu zusätzlicher Belastung und sozialer Isolation führen kann. Wichtig ist zu wissen: Zwangsstörungen sind keine Charakterschwäche, sondern eine behandelbare Erkrankung. Mit professioneller Hilfe können die meisten Menschen lernen, mit ihren Zwängen umzugehen oder sie sogar zu überwinden. Moderne Therapieansätze helfen dabei, die Gedankenmuster zu durchbrechen und schrittweise neue Verhaltensweisen zu erlernen.

Die Posttraumatische Belastungsstörung, kurz PTBS, entsteht als Reaktion auf ein besonders belastendes oder bedrohliches Ereignis. Dies können Unfälle, Gewalterfahrungen, Naturkatastrophen oder andere erschütternde Erlebnisse sein, die das normale Verarbeitungsvermögen überfordern. Menschen mit PTBS erleben das traumatische Ereignis immer wieder in Form von aufdringlichen Erinnerungen, Albträumen oder sogar Flashbacks, bei denen sie das Gefühl haben, das Trauma erneut zu durchleben. Viele Betroffene versuchen, alles zu vermeiden, was sie an das Erlebte erinnern könnte – bestimmte Orte, Gespräche oder Aktivitäten. Angst und Depression sind häufig mit der PTBS verbunden und Suizidgedanken sind nicht selten. Diese Symptome sind keine Zeichen von Schwäche, sondern normale Reaktionen auf außergewöhnliche Belastungen. Die gute Nachricht ist, dass PTBS heute gut behandelbar ist. Mit fachkundiger Unterstützung können Betroffene lernen, ihre Erlebnisse zu verarbeiten und die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen. Verschiedene Therapieformen haben sich als wirksam erwiesen, darunter spezielle traumafokussierte Verfahren.

Essstörungen sind ernsthafte seelische Erkrankungen, die das Verhältnis zum Essen, zum eigenen Körper und zum Selbstwert tiefgreifend verändern. Bei Magersucht (Anorexie) steht eine extreme Gewichtsabnahme durch Nahrungsverweigerung im Vordergrund, während die Bulimie durch wiederkehrende Essanfälle mit anschließendem Erbrechen oder anderen Maßnahmen zur Gewichtskontrolle gekennzeichnet ist. Die Binge-Eating-Störung äußert sich durch regelmäßige Essattacken ohne ausgleichende Maßnahmen. Gemeinsam ist allen Essstörungen, dass sie weit mehr sind als nur "falsche Essgewohnheiten". Hinter dem auffälligen Essverhalten verbergen sich oft tiefe seelische Nöte, ein geringes Selbstwertgefühl und der Versuch, durch Kontrolle über das Essen schwierige Gefühle zu bewältigen. Betroffene kreisen gedanklich ständig um Essen, Gewicht und Figur, was andere Lebensbereiche zunehmend in den Hintergrund drängt. Essstörungen können schwerwiegende körperliche Folgen haben und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden. Doch mit der richtigen Unterstützung ist Heilung möglich. Eine erfolgreiche Behandlung umfasst meist mehrere Bausteine: medizinische Betreuung, Psychotherapie und Ernährungsberatung.

Suchterkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und können jeden Menschen treffen, unabhängig von Alter, Bildung oder sozialer Stellung. Eine Sucht entwickelt sich meist schleichend, wenn der Konsum von Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder Medikamenten oder Verhaltensweisen wie Glücksspiel oder übermäßige Internetnutzung zur Gewohnheit werden. Was anfangs vielleicht Entspannung oder Freude bringt, verwandelt sich nach und nach in einen Zwang. Betroffene verlieren die Kontrolle über ihr Verhalten, benötigen immer größere Mengen oder häufigere Ausübung und spüren bei Verzicht unangenehme körperliche oder seelische Entzugserscheinungen. Die Sucht beginnt, den Alltag zu bestimmen und führt oft zu Problemen in Familie, Beruf und Gesundheit. Viele Betroffene versuchen, ihre Abhängigkeit zu verbergen, und geraten in einen Kreislauf aus Schuld, Scham und weiterer Sucht. Wichtig zu wissen ist: Sucht ist keine Charakterschwäche, sondern eine behandelbare Erkrankung. Der Weg aus der Abhängigkeit beginnt mit dem Eingeständnis des Problems und der Bereitschaft, Hilfe anzunehmen. Im Landkreis Mansfeld-Südharz gibt es ein Netzwerk aus Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Therapieangeboten, die auf verschiedene Suchtformen spezialisiert sind. Mit professioneller Unterstützung, Geduld und dem Rückhalt von Angehörigen können Betroffene lernen, wieder ein selbstbestimmtes Leben ohne Suchtmittel zu führen.

Schizophrenie ist eine komplexe psychische Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Wahrnehmen eines Menschen grundlegend verändern kann. Betroffene erleben die Welt anders als ihre Mitmenschen. Sie können Stimmen hören, die andere nicht wahrnehmen, oder überzeugt sein von Dingen, die für Außenstehende nicht nachvollziehbar sind. Manche entwickeln den Eindruck, verfolgt oder beobachtet zu werden, oder haben das Gefühl, ihre Gedanken würden von anderen kontrolliert. Neben diesen sogenannten positiven Symptomen – also Erfahrungen, die "hinzukommen" – können auch negative Symptome auftreten: Betroffene ziehen sich zurück, zeigen weniger Gefühle oder verlieren die Freude an Aktivitäten, die ihnen früher wichtig waren. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben, mit Phasen akuter Symptome und Zeiten der Besserung. Entgegen vieler Vorurteile bedeutet Schizophrenie nicht "gespaltene Persönlichkeit" und führt auch nicht zwangsläufig zu Gewalt. Die meisten Betroffenen sind eher zurückgezogen und leiden still unter ihrer Erkrankung. Mit der richtigen Behandlung, die meist Medikamente und psychotherapeutische Gespräche umfasst, können viele Menschen mit Schizophrenie ein erfülltes Leben führen. Früherkennung und konsequente Behandlung verbessern die Prognose deutlich.

 

Was kann man tun?

Wenn Sie selbst von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, ist es wichtig, frühzeitig ärztliche oder therapeutische Hilfe aufzusuchen. Ihr Hausarzt, ein Psychotherapeut oder Psychiater kann Sie kompetent beraten und behandeln. Verschließen Sie sich nicht mit Ihren Problemen, sondern sprechen Sie darüber – sei es mit vertrauten Personen, in Selbsthilfegruppen oder über Online-Angebote. Ergänzend zur professionellen Behandlung können regelmäßige Bewegung, ein strukturierter Tagesrhythmus, ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf Ihre Genesung unterstützen.

Als Angehöriger oder Freund eines Betroffenen ist offenes Zuhören besonders wertvoll. Nehmen Sie die Probleme ernst und vermeiden Sie Schuldzuweisungen. Informieren Sie sich über die jeweilige Erkrankung, um besser zu verstehen, was der Betroffene durchmacht, und bieten Sie konkrete Unterstützung an. Manchmal ist es auch hilfreich, behutsam zu professioneller Hilfe zu ermutigen.

Auf gesellschaftlicher Ebene und in der Arbeitswelt ist es wichtig, Aufklärung zu fördern und Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen abzubauen. Flexible Arbeitsmodelle und Angebote zur Stressbewältigung können dazu beitragen, ein gesünderes Umfeld für alle zu schaffen.

 

 

Was können Sie für Prävention und Förderung der Resilienz tun?

Neben professioneller Behandlung sind Prävention und Stärkung der eigenen Resilienz (seelische Widerstandsfähigkeit) wichtig: Pflegen sozialer Kontakte und von Hobbys, Erlernen von Entspannungs- und  Stressbewältigungstechniken, Achten auf gesunden Lebensstil.

Wo finden Sie Hilfe und Unterstützung? 

Wer Hilfe benötigt, sollte nicht warten. Angebote wie die Telefonseelsorge (0800 1110111, 0800 1110222, 116 123), lokale Beratungsstellen (Sozialpsychiatrischer Dienst) oder Online-Hilfen stehen anonym und kostenlos zur Verfügung.

Psychische Gesundheit betrifft uns alle. Offen darüber zu sprechen, Verständnis zu zeigen und rechtzeitig fachliche Hilfe zu suchen, sind wichtige Schritte, Betroffenen zu helfen.