Landesprogramm "Aktive Eingliederung"

Aufruf zum Ideenwettbewerb „Aktive Eingliederung“
Der Landkreis Mansfeld-Südharz ruft alle interessierten Träger auf, Projektvorschläge zur Verbesserung der Integrationschancen von arbeitsmarktfernen Arbeitslosen mit ausgeprägten beschäftigungsrelevanten Defiziten und Integrationsschwierigkeiten im Rahmen des Wettbewerbs

„Aktive Eingliederung“

einzureichen. Die Grundlage für die Durchführung des Wettbewerbs und Umsetzung entsprechender Projekte ist die „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Regionalisierung der Arbeitsmarktförderung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und des Landes Sachsen-Anhalt „REGIO AKTIV“.

1         Anliegen des Wettbewerbs
In unserer Region ist bestimmten Zielgruppen die Arbeitsmarktintegration nach wie vor erheblich erschwert. Das Ziel der Projekte soll darin bestehen, durch Integrationsbegleitung der Betroffenen längerfristige individuelle lösungsorientierte Integrationsfortschritte und schließlich ihre berufliche Integration in den ersten Arbeitsmarkt oder in Ausbildung zu erreichen und zu festigen.

2         Zielgruppen
Gefördert werden sollen am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen, die mit Hilfe der Förderangebote nach SGB II oder SGB III nicht mehr erreicht werden können und einen besonderen Unterstützungsbedarf bei der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt oder in Ausbildung haben. In Mansfeld-Südharz sollen die Konzepte schwerpunktmäßig auf folgende Personengruppen gelegt werden:
·         Ältere Arbeitslose (50+) und
·         Langzeitarbeitslose, insbesondere Alleinerziehende und gering qualifizierte Langzeitarbeitslose über 35 Jahre,
·         Langzeitarbeitslose mit gesundheitlichen oder psychischen Beeinträchtigungen oder Behinderungen sowie Arbeitslose mit Migrationshintergrund, insbesondere Geflüchtete.
Die Teilnahme am Projekt ist für Personen mit Wohnsitz im Landkreis Mansfeld-Südharz möglich, die in keinem Arbeitsverhältnis stehen und die im Rechtskreis des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II) bei der Arbeitsagentur oder dem Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet sind sowie kein Arbeitslosengeld (SGB III) beziehen.

3         Auswahlbedingungen
In Mansfeld-Südharz sind konzeptionell zusätzlich zu den Kriterien der Richtlinie REGIO AKTIV folgende Aspekte zu beschreiben und bei der Umsetzung zu gewährleisten:
1.      Die Projektvorschläge haben den Querschnittszielen des ESF+ zu entsprechen und die Gleichstellung der Geschlechter sowie den Grundsatz der Antidiskriminierung zu beachten.
2.      Die Konzepte sollen ausdrücklich beschreiben, wie die besonderen Lebenslagen von (a) Langzeitarbeitslosen mit geringer Qualifikation und (b) alleinerziehenden Langzeitarbeitslosen berücksichtigt werden, um die in der Richtlinie genannten Ziele zu erfüllen.

4         Wer kann sich am Wettbewerb beteiligen?
Zur Teilnahme am Wettbewerb sind juristische Personen des privaten Rechts, die durch fachliche Qualität und Zuverlässigkeit sowie unter Beachtung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit die Eignung für eine sachgerechte und erfolgreiche Projektdurchführung besitzen, berechtigt. Sofern der Antragsteller tariflichen Bestimmungen unterliegt, sind diese einzuhalten.

5         Projektumfang, Zeitraum und -dauer
Insgesamt können in Mansfeld-Südharz 2 Projekte mit je mind. 12 Plätzen – 1 Projekt im Stadtgebiet von Sangerhausen und 1 Projekt im Stadtgebiet von Eisleben oder Hettstedt – gefördert werden.
Das Fördervolumen ist je Projekt auf maximal 626.400 Euro beschränkt.Mit diesem Betrag sind die Projektausgaben zu decken. Art, Umfang und Höhe der Zuwendung regelt Teil 1, Nr. 5 der Richtlinie REGIO AKTIV. Gefördert werden nur Ausgaben gemäß Richtlinie REGIO AKTIV Teil 1 Nr. 5.4.
Zur Finanzierung gehört weiterhin die Kofinanzierung aus SGB-II-Anteilen (Arbeitslosengeld II der Teilnehmenden) in Höhe von 150.000 €. Die Kofinanzierung aus SGB-II-Anteilen wird in Form einer Pauschale vom zuständigen Ministerium festgelegt und beträgt derzeit 580 €.
Die Projekte werden für die Dauer von 36 Monaten gefördert. Die Projekte sollen zum 01.10.2022 beginnen.

6         Was wird gefördert?
Förderfähig sind auf die Zielgruppe zugeschnittene Projekte zur Aktivierung, persönlichen Stabilisierung und Qualifizierung sowie nachhaltigen beruflichen Eingliederung. Die Herangehensweise sollte in jeder Hinsicht den Problemlagen der Zielgruppen gerecht werden und sich auf einen ganzheitlich und individuell ausgerichteten Methodenmix stützen.

Für die Konzepterstellung sind die Festlegungen aus der Richtlinie Regio Aktiv Teil 2, FB A Ziffer 1.3 nachvollziehbar zu berücksichtigen; es müssen insbesondere folgende Positionen enthalten sein:
•              Die Projekte müssen ein detailliertes Betreuungs- und Integrationskonzept mit einer festgelegten Mindestzahl von Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung beinhalten.
•              Die Projekte sollen eine Kapazität von 12 Teilnehmerplätzen haben. Während der gesamten Projektlaufzeit soll die Zahl der besetzten Teilnehmerplätze nicht unterschritten werden. Für Teilnehmende,
die aus dem Projekt ausscheiden, sollen andere Personen, welche die Zugangsvoraussetzungen erfüllen, innerhalb von vier Wochen in das Projekt aufgenommen werden, so dass die Teilnehmerplätze durchgehend besetzt sind.
•              Die Integrationsquote der ins Projekt aufgenommenen Teilnehmenden in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung muss 45 % betragen.
•              Die Betreuung der Teilnehmenden muss in Verbindung mit mindestens einer sozialpädagogischen Fachkraft und einem Integrationsbegleiter erfolgen.

Besonderes Augenmerk ist auf die Feststellung der persönlichen und beruflichen Potenziale zu richten, um darauf aufbauend gezielt eine individuelle Integrationsstrategie zu entwickeln. Die Projektplanung muss berücksichtigen, dass ein Projekteinstieg jederzeit möglich ist, um bei ausscheidenden Teilnehmenden für „Nachrückerinnen“ und „Nachrücker“ einen effektiven Projekteinstieg und kontinuierlichen Betreuungsprozess zu gewährleisten.

Regional wird erwartet, dass die Projektkonzepte folgende Aspekte berücksichtigen:

  1.       Als Grundlage der Teilnehmerbetreuung wird eine im Konzept verankerte stärkenorientierte und zielgruppenkonforme Bedarfs-, Potenzial- und Kompetenzfeststellung erwartet. Es sind individuelle Entwicklungspläne zu erstellen.
    2.      Ein wichtiger Schwerpunkt der Projekte ist auf die Vorbereitung, Durchführung und fachliche sowie sozialpädagogische Begleitung von Integrationspraktika zu legen. Die Konzepte sollen inhaltlich und zeitlich so flexibel gestaltet werden, dass sie bedarfsweise auch Raum für die Einbindung weiterer, in Regie der Grundsicherungsstelle durchzuführender Maßnahmen bieten.
    3.      Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt regional in der Integrationsbegleitung am Arbeitsplatz. Teilnehmer/innen sollen dabei unterstützt werden, den oft ungewohnten Anforderungen und Belastungen des beruflichen Wiedereinstiegs begegnen zu können und es soll frühzeitig erkannt werden, welche speziellen Unterstützungsangebote die Nachhaltigkeit der Integration stärken.
    4.      Die Projekte sind so zu konzipieren, dass sie eine gute Zusammenarbeit mit der Grundsicherungsstelle unter Einbeziehung der Möglichkeiten des Teilhabechancengesetzes ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit der Grundsicherungsstelle ist so zu gestalten, dass sie den Integrationsprozess ihrerseits zusätzlich befördern kann.
    5.      Die Projektkonzepte sollen von einer regelmäßigen Verweildauer der Teilnehmer/innen im Projekt von ca. 6, maximal 12 Monaten ausgehen. Dies betrifft die Handlungsfelder Integrationspraktika und Integrationsbegleitung. Sollte die Betreuung über mehrere Handlungsfelder (ggf. ergänzend zu den genannten) erforderlich sein, verlängert sich die Verweildauer, jedoch nicht über den in der Richtlinie Regio Aktiv benannten Zeitrahmen von 18 Monaten.
    6.      Die Umsetzung der in der Richtlinie Regio Aktiv benannten Projektelemente ist konkret zu beschreiben.
    7         Einreichung der Projektvorschläge
    Die Antragsunterlagen sind in elektronischer Form vorgegeben und können bei der Geschäftsstelle des Regionalen Arbeitskreises per Mail () angefordert werden. Auf der Internetseite des Landkreises Mansfeld-Südharz stehen sie unter Ideenwettbewerbe\Aktive Eingliederung ebenfalls als Download bereit.

Die Projektvorschläge sind bis zum 26.07.2022 um 10:00 Uhr
bei der Geschäftsstelle des Regionalen Arbeitskreises Mansfeld Südharz

unter folgender Anschrift in doppelter Ausfertigung und in einem verschlossenen Briefumschlag mit Hinweis auf den Wettbewerb „Ideenwettbewerb Aktive Eingliederung" einzureichen:

Landkreis Mansfeld-Südharz
Geschäftsstelle des Regionalen Arbeitskreises
Rudolf-Breitscheid-Str. 20/22
06526 Sangerhausen

Ergänzend sind die Projektvorschläge in elektronischer Form (Mail – ggf. mit Link zu einer sicheren Cloud -  an an die gen. Postanschrift) zum gleichen Termin einzureichen.

Später eingehende Projektvorschläge bzw. Nachreichungen können nicht berücksichtigt werden.

Für Ihre Fragen und weitere Informationen zum Wettbewerb stehen Ihnen

ab 12.07. 22    Herr Georg Lohr
Landkreis Mansfeld-Südharz
Regionalkoordinator
03464 535 1523  

 und im Verhinderungsfall:
Frau Susann Huste                      Herr Sven Lemke
Jobcenter Mansfeld-Südharz      Jobcenter Mansfeld-Südharz
Bereichsleiterin M&I                  Teamleiter Netzwerk ABC
Tel.: 03464 554 282                    03475 6677 216
Susann.Huste@jobcenter-ge.de 

Symbol Beschreibung Größe
RAK-MSH_Aufruf zum Ideenwettbewerb Aktive Eingliederung_220621
0.9 MB
MSH_FB_A_Projektvorschlag_2022
0.9 MB
MSH_FB_A Projektvorschlag_FP
0.6 MB
MSH_Bewertung-2022
0.5 MB
LSA_Auszug-REGIO AKTIV_220606
0.3 MB

© Uwe Gajowski E-Mail