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Neujahrsempfang 2019: Leben im ländlichen Raum besitzt seine Reize

Neujahrsempfang 2019: Leben im ländlichen Raum besitzt seine Reize
„Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt…..“ - traditionell endete der offizielle Teil des Neujahrsempfangs mit dem gemeinsamen Singen der ersten drei Strophen des Steigerliedes. Foto: Landkreis Mansfeld-Südharz/U. Gajowski

Beim Neujahrsempfang des Landkreises dreht sich vieles um Investitionen, den Breitbandausbau und das Ehrenamt

Sangerhausen - 18.01.2019 - Für die Gäste begann der Neujahrsempfang mit einer Überraschung: Anstelle der erkrankten Landrätin Dr. Angelika Klein begrüßte deren Stellvertreterin Christiane Beyer zusammen mit dem Kreistagsvorsitzenden Norbert Born und Sparkassen-Vorstandschef Hans Ulrich Weiss die Gäste mit Handschlag. Frau Beyer legte den Fokus ihrer Rede vor mehr als 600 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und dem Ehrenamt auf die Herausforderungen des laufenden Jahres.

Engagiert mitmachen
Mit Blick auf die Kommunalwahlen im Mai, bei denen Stadt- und Gemeinderäte, Ortschaftsräte und die Mitglieder des Kreistages gewählt werden, ermutigte sie alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis sich kommunalpolitisch zu engagieren.  Aktiv gestaltet müsse auch das Thema „Braunkohleausstieg“, das geplante Abschwören vom Verbrennen der Braunkohle betrifft uns im Landkreis existentiell. „Seit Jahren arbeitet die Romonta AG an Plänen für die Zukunft. Wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Unternehmen einer der größten Arbeitgeber in unserem Landkreis ist. Entsprechend wichtig ist es, dass die Vorgaben der Bundespolitik für einen Kohleausstieg nicht erneut zu einem Strukturbruch führen“, so Frau Beyer.

Gegen Abwanderung
Seit Jahren kämpfen die Bürger im Landkreis gegen die Abwanderung in die großen Städte und sind bestrebt, attraktive Angebote zu schaffen. Die stellvertretende Landrätin weiter: „Gerade vor diesem Hintergrund finde ich es bedenklich, dass der Chef des Institutes für Wirtschaftsförderung Halle meint, dass gerade im Zuge des geplanten Braunkohleausstiegs die Milliarden der Bundesregierung nur in die großen Städte – und eben nicht in den ländlichen Raum fließen sollten. Sind die Menschen, die in ländlichen Regionen wie der unseren leben, Menschen zweiter Klasse? Hat nicht gerade der ländliche Raum eine Chance verdient?“

Krasses Missverhältnis
Angesichts von Rekordsteuereinnahmen beim Bund und beim Land verstünden immer weniger Bürger, warum in den Kommunen kaum Geld vorhanden ist, um die dringendsten Dinge zu erledigen. Dieses Missverhältnis führe zu Frust und letztlich zu Politikverdrossenheit.  Das Thema „Breitbandausbau“ treibe viele Bürgerinnen und Bürger seit geraumer Zeit um.  Trotz guter Vorbereitung durch die Verwaltung werde ein flächendeckender Ausbau im Landkreis wohl erst im kommenden Jahr realisiert werden.  Doch auch bei diesem Thema sei spürbar, dass sich die Politik beim Ausbau auf die großen Städte konzentriere.

Blick in die Zukunft
Dieser Einschätzung konnte oder wolle Sachsen-Anhalt Wirtschaftsminister Dr. Armin Willingmann in der sich anschließenden Podiumsdiskussion nichts entgegensetzen. Er sah die Fehler im Breitbandausbau in der vor einem Jahrzehnt getroffenen politischen Weichenstellung. „Damals wurde entschieden, dass der Breitbandausbau von marktwirtschaftlich orientieren Unternehmen durchgeführt wird. Man hätte auf eine staatliche Lösung setzen müssen“, so der Minister. Dem schloss sich Andreas Hensel, Geschäftsführer der Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH an. Dieser verteidigte seine Auffassung, die touristische Vermarktung des Landkreises neu zu positionieren und die Marke „Südharz“ aufzubauen. Willingmann versicherte dem Publikum, dass die Landesregierung den ländlichen Raum nicht vergessen werde.

© Uwe Gajowski E-Mail

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